Kategorie: Zeitleiste
1922 — Brand der Brauerei
1922 Brand der Brauerei durch einen Kurzschluss und sofortiger Neuaufbau im heutigen Aussehen.
1698 — Anpflanzung der Allee
“Die Allee” ist eine seit jeher eingeführte Haimhauser Straßenbezeichnung. Ungeklärt ist, ob die Anpflanzung der Lindenallee im Zusammenhang mit der ca. 1660 entstandenen barocken “Prunkanlage” oder erst 1747 mit dem Umbau und der Erweiterung des Schlosses im Stile des Rokoko durch Fr. Cuvilliés d. Ä. erfolgt ist. In der Chronik von Haimhausen nennt Markus Bogner das Jahr 1698 für die Anpflanzung. Aus einem Ausschnitt eines Original-Katasterplanes von 1810 geht hervor, dass damals die Allee bereits eingetragen war.
Bei der allgemeinen Einführung der Straßennamen durch den Gemeinderat Haimhausen im Jahre 1965 wurde “die Allee” als Alleestraße benannt. Sie verläuft in Haimhausen von der Einfahrt in den Schlosspark, wo der Ausgangspunkt der Dachauer Straße nach Südwesten und der Hauptstraße nach Nordosten befindlich ist, südöstlich in Richtung Maisteig (B 13). Die Alleestraße und seine Verlängerung bis Maisteig ist in der Baulast des Freistaates Bayern, als eine Staatsstraße mit der Bezeichnung St. 2340. (Stand 1977)
2017 wurden die alten, großteils morschen Bäume der Allee gefällt und die Allee neu angelegt. Die feierliche Eröffnung erfolgte 2018. Der alte Baumbestand existiert seitdem nur noch zwischen Dachauer Straße und Eingang zum Schlossareal. Es wird noch einige Jahre dauern, bis die neuen Linden wieder eine so stattliche Größe erreicht haben, wie sie die Künstler der Künstlerkolonie auf Leinwand festgehalten haben.


Quellen: Haimhauser Straßennamen von Alfred Deger, 1977
Markus Bogner, Chronik von Haimhausen 3. Auflage 2003
1912 — der Maler Max Bergmann kommt nach Haimhausen
Max Bergmann (1884–1955)
Max Bergmann wurde 1884 in Fürstenberg/Oder (heute Eisenhüttenstadt) geboren. Nach dem Abitur folgte ein Studium der Malerei in Berlin und München. Er lernte in der Aktmalklasse von Ludwig von Herterich und wurde 1906 Meisterschüler des Tiermalers Heinrich von Zügel. Max Bergmann unternahm mehrere Reisen ins europäische Ausland. Bei einem Studienaufenthalt 1910 in Paris lernte er den Maler Marcel Duchamp kennen, der zwei Jahre später München besucht.
1912 kam Max Bergmann nach Haimhausen. 1914 heiratete er Dorothea Karstadt. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Der Sohn Klaus wurde ebenfalls Maler. Er wurde im Ersten Weltkrieg als Soldat eingezogen. 1916 kaufte er mit seiner Frau das Buttersackanwesen. 1925 eröffnete Max Bergmann eine private, staatlich anerkannte Malschule Hier führte er die Tradition der Buttersackschen Institution fort und trug zum Ruf der kleinen Malerkolonie Haimhausen bei. Die Studierenden fügten sich gut in das dörfliche Ambiente ein und verliehen ihm einen ganz eigenen Charakter.
Mit seinen Schülern verbrachte er viele Sommer, wie schon mit seinem Lehrer Zügel, in Wörth am Rhein. Wörth war ein bekanntes Malerdorf für die Freilichtmaler. In freier Natur konnten Tiere gemalt werden. Es war durchaus üblich, sich ein Tier als Modell zu mieten.
Regelmäßige Ausstellungen, u.a. im Haus der Kunst „Deutsche Kunstausstellung“.
1955 starb Max Bergmann. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Friedhof in Ottershausen.
Max Bergmann wird vorwiegend als Tiermaler wahrgenommen. Seine realistischen Tierdarstellungen werden häufig dem Spätimpressionismus zugeschrieben. Er bevorzugte große Formate. Ebenso erwähnenswert sind seine hervorragenden, aber weniger bekannten Aktbilder, Portraits, Interieurs und Landschaften.
Die Gemeinde Haimhausen hat eine Straße nach Max Bergmann benannt. Zwei großformatige Tiergemälde befinden sich im Besitz des Haimhauser Heimatmuseums.
Quellen:
Wilhelm Weber: Max Bergmann, Leben und Werk, 1984
Ottilie Thiemann- Stoedtner, Amperland, III.Vj.1974