Sonderdruck zur Ausstellung 50er Jahre

Inzwis­chen ist zur Ausstel­lung “Die 50er Jahre im Land­kreis Dachau — Wirtschaftswun­der und Ver­drän­gung” der Begleit­band erschienen.

Der Artikel über Haimhausen, geschrieben von Hiltrud Frühauf, ist ab sofort als Son­der­druck für 6 € zu den üblichen Öff­nungszeit­en im Heimat­mu­se­um erhältlich.

Sauerkrauthobel

Heutzu­tage ist alles so ein­fach. Man geht in den Super­markt, greift sich im Regal eine Dose oder einen Vaku­um­beu­tel, fer­tig. Vielle­icht achtet man sog­ar in unseren hek­tis­chen Zeit­en noch darauf, dass man die 3‑Minuten-Vari­ante erwis­cht. Kochen muss ja schnell gehen. Bratwürstl oder Schupfnudeln (natür­lich auch fer­tig aus der Tüte!) dazu, schon ste­ht dem Sauer­kraut­genuss nichts mehr im Weg. Aber wie war das früher?

Damals kon­nte man nicht spon­tan sagen, heute habe ich Appetit auf Sauer­kraut. Sauer­kraut selb­st herzustellen war ein länger­fristiges Unternehmen. Zunächst brauchte man einen Krautho­bel.
Dann wurde das Weißkraut gewaschen, und die äußeren Blät­ter ent­fer­nt. Einige Blät­ter musste man bei­seit­elegen. Dann die Krautköpfe vierteln und fein hobeln. Das ganze wurde in ein Fass gepackt und mit einem Stößel solange gestampft, bis der Saft aus­trat. Wer größere Men­gen brauchte, trat das Kraut ähn­lich wie bei der Wein­her­stel­lung mit Füßen.
Als Gewürze kamen Küm­mel, Salz, Pfef­fer, Sen­fkörn­er und Wacholder­beeren dazu, die abwech­sel­nd mit dem Kraut eingeschichtet wur­den. Den Abschluss bilde­ten die bei­seit­egelegten Blät­ter, die mit großen Steinen beschw­ert für den richti­gen Luftab­schluss und Druck sorgten.
Deck­el drauf, danach kam das Fass in den Keller zum Gären. Das kon­nte je nach Menge und Tem­per­atur schon mal 3 Wochen oder länger dauern. Während dieser Zeit zog bere­its der Geruch der Gär­gase durch das Haus, ins­beson­dere wenn man den Deck­el abgenom­men hat­te, um die Gase entwe­ichen zu lassen.

Sauer­kraut sel­ber machen

Wer sich auch in unser­er hek­tis­chen Zeit ein­mal die Mühe machen will, sein Sauer­kraut selb­st herzustellen, hier ein Rezept für ein Glas mit ca. 3 l Inhalt.

Zutat­en:
1 großer Weißkrautkopf (ca. 2 1/2 kg)
30 g Salz
1 TL Zuck­er
1 TL Wacholder­beeren
1 EL Küm­mel
1 EL Sen­fkörn­er

Zubere­itung:
Das Weißkraut waschen, die äußeren Blät­ter ent­fer­nen. Zwei Blät­ter bei­seit­elegen. Krautkopf vierteln und fein hobeln. Das Ein­mach­glas etwa zu einem Vier­tel mit dem zerklein­erten Weißkraut füllen. Mit einem Stößel so lange stampfen, bis Saft aus­tritt. Die Gewürze mis­chen und das Kraut würzen. Wieder eine Schicht Kraut ein­füllen, stampfen, würzen usw. Zum Schluss mit den 2 Kraut­blät­tern abdeck­en und so fest drück­en, dass Flüs­sigkeit über den Blät­tern ste­ht. Mit einem Stein beschw­ert ver­schließen und bei Zim­mertem­per­atur ca. 10 Tage gären lassen. Dabei min­destens 2x täglich öff­nen.

1950er Jahre-Ausstellung im Heimatmuseum Haimhausen – ein voller Erfolg

Mehr Besuch­er als erwartet besucht­en die Ausstel­lung „Die 50er Jahre – Wirtschaftswun­der und Ver­drän­gung“ im Haimhauser Heimat­mu­se­um, eine Wan­der­ausstel­lung der Geschichtswerk­statt im Land­kreis Dachau.
Spezielle Ausstel­lungsstücke aus Haimhausen ergänzten die all­ge­meine Ausstel­lung, was dazu führte, dass viele Besuch­er sehr genau die Bilder und Texte studierten, um Alt­bekan­ntes neu- oder wieder zu ent­deck­en. Ger­ade dieses Konzept machte die Ausstel­lung vor allem zu ein­er „Erzähl-Ausstel­lung“, bei der auch die Mach­er vom Arbeit­skreis Orts­geschichte von den Besuch­ern noch viele Details erfuhren, die sie bish­er so auch nicht kan­nten.

Ins­ge­samt ließen sich an den zehn Ausstel­lungsta­gen so viele Besuch­er in die Ver­gan­gen­heit von Haimhausen ent­führen, dass dies die erfol­gre­ich­ste Ausstel­lung des Muse­ums wurde. Auch die Son­deröff­nung am Inter­na­tionalen Muse­um­stag zog nochmals einige Besuch­er an, wobei die Müt­ter zusät­zlich mit einem kleinen Schoko­laden­präsent über­rascht wur­den.
Die Ausstel­lung brachte aber auch einige Nach­fra­gen, ob etwa von bes­timmten Häusern oder Per­so­n­en Fotos existieren. Diesen Fra­gen wird das Ort­sarchiv und der Arbeit­skreis Orts­geschichte gerne nachge­hen.