Vereine
Was wäre das Dorf ohne seine Vereine? Sie bilden eine Grundlage für die Dorfgemeinschaft, die Mitglieder unterstützen einander in allen möglichen Dingen, und die Vereinstermine bieten eine zeitliche Grundstruktur, man kann sich stets auf die nächste Veranstaltung freuen. Empfänge, Konzerte, Feste, Sportveranstaltungen… für jung und alt ist genug geboten. Man fühlt sich mit dem Verein und damit mit dem Dorf verbunden.
Am 1. Dezember 1882 meldete die Gemeindeverwaltung Haimhausen vier Vereine an das königliche Bezirksamt Dachau.
| Name | Zweck | Gründungsjahr | Mitglieder | |
| 1 | Krieger und Veteranen Verein | Hebung der militärischen Gesinnung Liebe für König und Vaterland | 1871 | 98 |
| 2 | Freiwillige Feuerwehr Haimhausen | Hilfe bei ausgebrochenen Feuer | 1871 | 68 |
| 3 | Freiwillige Feuerwehr Ottershausen | Hilfe bei ausgebrochenen Feuer | 1876 | 36 |
| 4 | Zimmerstutzen Schützengesellschaft | Übung im Schießen | 1878 | 9 |
Bis heute kamen noch einige dazu, z.B. Sportverein, Musikkapelle, Kulturkreis, Nachbarschaftshilfe…
Um sich zu präsentieren, aber auch um sofort erkannt zu werden, z.B. bei Festumzügen, bekamen viele Vereine bereits bei ihrer Gründung eine Fahne, oft von den Ehefrauen der Mitglieder in stundenlanger Handarbeit mühevoll bestickt.
Im Heimatmuseum Haimhausen hängt seit diesem Sommer die alte Fahne der freiwilligen Feuerwehr Ottershausen. Diese wurde 1876 gegründet, ging aber später in der Freiwilligen Feuerwehr Haimhausen auf. Die Fahne hing bis zu ihrer Schließung in der Gaststätte Marienmühle in Ottershausen.





Am 8. November 1918 rief Kurt Eisner in München unter dem Namen Freier Volksstaat Bayern den Freistaat Bayern aus. Die Sonderstellung Bayerns innerhalb Deutschlands zeigte sich auch in der Weimarer Republik unter anderem daran, dass die Bayerische Notenbank berechtigt war, eigene Bayerische Banknoten herauszugeben, die neben den Reichsbanknoten gültig waren. Das Bild zeigt eine Bayerische und eine Reichs-Banknote aus dem Jahr 1922. Allerdings verloren diese Banknoten im Laufe kürzester Zeit ihren Wert. Bereits 18 Monate später gab es schon Geldscheine mit Millionenwerten, wie die beiden gezeigten vom September 1923.
Nach dem 1. Weltkrieg verpflichtete der Friedensvertrag von Versailles 1919 Deutschland zu Reparationszahlungen an die Siegermächte. Deutsche Reparationsleistungen mussten in Goldmark, Devisen und Sachgütern geleistet werden und waren daher nicht von der Inflation betroffen. Im Januar 1920 hatte die Mark gegenüber dem US-Dollar nur noch ein Zehntel ihres Wechselkurses vom August 1914.
Weil die Reichsregierung nicht mehr in der Lage war, die Reparationen in angemessener Höhe zu bezahlen und um den Ruhrkampf, den passiven Widerstand gegen die militärische Besetzung des Ruhrgebiets zu finanzieren, wurde immer neues Geld gedruckt, dessen Wert allerdings rasant verfiel. Darunter hatte auch die Bevölkerung zu leiden.
